Hauptinhalt

Kooperatives Planspiel TOPSIM Global Management der Akademien Eisenach, Dresden und Riesa

Am 23./24. Februar und am 2./3. März 2017 fand an der Dualen Hochschule Gera-Eisenach, Standort Eisenach das akademie- und bundeslandübergreifende TOPSIM Global Management unter Leitung von Dr. Torsten Forberg statt. In der vom Anbieter auch liebevoll als „Speerspitze der Planspiellandschaft“ bezeichneten äußerst komplexen und hoch kompetitiven Unternehmenssimulation werden global agierende High-Tech-Unternehmen der Halbleiterbranche über verschiedene differenzierte Produkt- und Dienstleistungssparten, F&E-, Produktions-, Vermarktungsaktivitäten, strategische Investitionen und viele andere unternehmerische Entscheidungsbereiche hinweg gesteuert. Damit verbunden sind vertiefte Fachinhalte von Betriebswirtschaftslehre, insbesondere operatives und strategisches Management, Finanzwirtschaft, Controlling; jedoch auch Soft Skills zu Führung, Teamarbeit, Verhandlung und Rhetorik.

In der MyChip AG (1) schlossen sich sieben Führungskräfte der Studienrichtung International Business Administration der Dualen Hochschule Gera-Eisenach zusammen. Die Riesatronic AG (2) umfasste acht Managerinnen und Manager des Studienganges BWL-Dienstleistungsmanagement Staatlichen Studienakademie Riesa. Aus den Studienrichtungen BWL-Industrie und Finanzwirtschaft der Staatlichen Studienakademie Dresden traten drei Entrepreneure zur Führung der Electronico AG (3) an. Die Führung der Planspielkreditbank AG, die in Geschäftsbeziehung zu allen drei Unternehmen stand, übernahm Herr Sebastian Primke, Absolvent des Studienganges BWL-Dienstleistungsmanagement der Staatlichen Studienakademie Riesa, der auch ausgewiesene Erfahrungen in der Branche der Electronic Manufacturing Services (EMS) durch seine Vorstandstätigkeit der B.A.R.T AG im Jahre 2015 (erster Durchgang der Kooperation zwischen Riesa und Eisenach) mitbrachte.

Die Komplexität des Planspiels spiegelte sich bereits während der ersten Aktionärsversammlung in den Marktberichten der Unternehmen wieder. Direkt nach den ersten Auswertungen begann die Aufholjagd der Riesatronic AG (2), die durch das Einwirken von Hauptaktionären aus dem Investmentfondsbereich ein Restrukturierungsprojekt zu Führung und Organisation durchlief und sich seitdem - nach ersten Verlusten - wieder im Aufschwung befand. Im weiteren Verlauf musste sich der Vorstand der Electronico AG (3) aufgrund des Verdachts der Insolvenzverschleppung auf Antrag der Staatsanwaltschaft vor Gericht verantworten; konnte das Verfahren durch gute Kooperation mit der Planspielkreditbank AG jedoch gegen Geldbuße einstellen lassen. Die Aussage des Vorstandes: „Die Konkurrenz spielt in Zukunft keine Rolle mehr“ wollte das Unternehmen auf Anfrage der Presse - und unter Kenntnis des weiteren Geschäftsverlaufes - jedoch nicht weiter ausführen. Insbesondere die MyChip AG (1) wurde bei der Aussage offensichtlich unterschätzt, die keinerlei Ambitionen hatte, ihre Marktanteile herzugeben. Heiß her ging es in den „Reverse Auctions“, bei denen das kurzfristige Preisuntergrenzenkalkül zur praktischen Anwendung kam.

In der abschließenden Hauptversammlung wurde Rechenschaft über die Geschäftstätigkeit abgelegt. Neben Fachinhalten mussten sich die Vorstandsteams auch gegen gezielte Störungen der Präsentation rhetorisch zur Wehr setzen; was sehr erfolgreich gelang. Das beste Unternehmen die MyChip AG (1)/Eisenach erwirtschaftete in Periode 8 einen Periodenüberschuss von 408 Mio EUR, was bei den Ergebnissen des Wettbewerbs (2 Mio EUR bzw. -101 Mio EUR) sehr beachtlich ist. Darüber hinaus hatte die Gesellschaft noch den höchsten Aktienkurs (63 EUR, im Vergleich: 43 EUR/38 EUR). Die Entwicklung des Eigenkapitals, das bei der Electronico AG (3)/Dresden mit 5,3 Mrd. EUR am Ende deutlich höher war, als das der Konkurrenten, zeigt, dass es dieser Gesellschaft am besten gelungen ist, das Vermögen der Shareholder über die 8 Perioden zu steigern. Am Schlanksten und mit den geringsten Schulden wirtschaftete jedoch die RiesaTronic AG (3), die neben der niedrigsten Fremdkapitalquote auch noch ein hervorragendes Unternehmensimage (Index 1,55) im Vergleich zur Konkurrenz (1,17 und 1,08) erarbeitet hat.

Wer hat nun gewonnen? Die Planspielkreditbank AG, geleitet durch Herrn Primke, jedenfalls nicht. Der Bankmanager äußerte: „Durch die geringe Kreditnachfrage, verursacht durch eine Vernachlässigung der Investitionstätigkeit hat unser Haus wenig Neugeschäft. Dies ist bedauerlich, zumal die Branche in weiten Teilen lieferunfähig war, und Investitionen hier mit Sicherheit hoch lukrativ gewesen wären“. Die Unterauslastung führe auch im Finanzdienstleistungsunternehmen dazu, dass Nebentätigkeiten wie Pressearbeit, Mitarbeiterschulung, Unternehmensberatung und PR-Projekte angenommen werden mussten.

Verloren hat im Seminar keines der drei Unternehmen - gewonnen haben alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die sich mit hohem Engagement, unter Vernachlässigung von Pausen, mit Einbindung von Fachwissen der verschiedenen Disziplinen der Betriebswirtschaftslehre und in Arbeitsteilung im Management Board dieser Herausforderung gestellt und diese erfolgreich gemeistert haben. Neben nun stärker vernetztem Fachwissen, wichtigen Erfahrungen und Impulsen für künftige Tätigkeiten nehmen alle ein detailliertes zusätzliches und seltenes Zertifikat mit nach Hause. Ein großer Dank gilt der gastgebenden Dualen Hochschule Gera-Eisenach, Prof. Dr. Stephan Rometsch und Team für die Gastfreundschaft und Bewirtung und an alle Teilnehmenden, die zum Teil auf eigene Kosten angereist sind; und an Sebastian Primke für die Unterstützung des Seminars.

Das Thema klingt spannend? Save the date für den nächsten angedachten Durchlauf: 22.02./23.02. und 01./02.03.2018! Kontakt: torsten.forberg@ba-riesa.de

 

Zurück