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Life Science Informatik

Studiengang Labor- und Verfahrenstechnik (Riesa) und Informatik (Leipzig)

Über das Studienangebot

Als interdisziplinäre Übersetzer stehen Life Science Informatiker (auch Bioinformatiker) an der Schnittstelle zwischen zwei unterschiedlichen Disziplinen. Sie sind in der Lage, sowohl die Sprache der Biotechnologie als auch die Denkweise der Informatik zu verstehen und wissen, wie man in beiden Bereichen Probleme löst. Getrieben, insbesondere durch die kontinuierlichen Fortschritte in der Biotechnologie und der rasanten Entwicklung der informationstechnischen Verarbeitung von Daten, wächst der Markt für dieses Berufsfeld stetig.

Sie möchten das Leben und den Menschen besser verstehen, genetische oder umweltbedingte Krankheitsursachen aufklären, Diagnosen und Therapien effektiver gestalten oder neue, moderne pharmazeutische oder biotechnologische Produkte entwickeln? Dann sind Sie an der Schnittstelle zwischen den Lebenswissenschaften und der Informatik genau richtig: der Life Science Informatik.

Diese junge, aufstrebende Studienrichtung versucht mit Methoden der Informatik, Antworten auf Fragen der Lebenswissenschaften (Biochemie, Chemie, Pharmazie, Medizin, Umwelttechnik sowie Bio- und Lebensmitteltechnologie) zu geben.

Als gemeinsame Studienrichtung Life Science Informatik der Studiengänge Labor- und Verfahrenstechnik (Riesa) und Informatik (Leipzig) setzen wir die Kompetenzen zweier Studienakademien ein, um sowohl die naturwissenschaftlichen als auch die informationstechnischen Inhalte optimal zu vermitteln. Gekoppelt mit dem hohen Praxisanteil eines dualen Studiums bietet das Studium der Life Science Informatik ein optimales Sprungbrett ins Berufsleben.

Studieninhalte im Überblick

Als gemeinsame Studienrichtung der Studiengänge Labor- und Verfahrenstechnik (Riesa) und Informatik (Leipzig) setzen wir die Kompetenzen zweier Studienakademien ein, um sowohl die naturwissenschaftlichen als auch die informationstechnischen Inhalte bestmöglich zu vermitteln. Wir vertiefen die theoretischen Inhalte durch die Vermittlung von praktischen Fertigkeiten in unterschiedlichen, umfangreichen Laborübungen (Praktika).

Wesentliche Inhalte der Theoriephase (Vorlesungen / Seminare / Laborübungen)

  • Mathematik und Statistik, Informatik, Softwaretechnik, Datenstrukturen, Computernetzwerke
  • Grundlagen Biologie und Chemie, Biochemie, Mikrobiologie, Molekularbiologie, Molekulare Medizin, Zellbiologie
  • Grundlagen der Bioinformatik, Algorithmen der Bioinformatik, Datenbanken, Strukturelle Bioinformatik, Systembiologie

Vermittlung von Schlüsselkompetenzen

  • Fachenglisch und Kommunikation
  • Wissenschaftliches Arbeiten
  • Betriebswirtschaftslehre
  • Produkt- / Qualitäts- / Sicherheits-Management
  • Recht und Sicherheit

Wahlpflichtmodule im Studiengang Labor- und Verfahrenstechnik und im Studiengang Informatik

Im 5. und 6. Semester können Sie aus einem Katalog von Wahlmodulen jeweils 2 Wahlpflichtmodule belegen. Dabei können Sie auf Module aus der Life Science Informatik zurückgreifen, aber auch Module aus unseren anderen Studienrichtungen (z.B. der Biotechnologie)  sowie aus der Informatik belegen.

Schwerpunkte der Praxisphasen

In der Studienrichtung Life Science Informatik umfassen die praktischen Studienabschnitte:

  • das Kennenlernen des Unternehmens (Aneignen von Kenntnissen zur Unternehmensstruktur, zu Tätigkeitsfeldern, zu vorhandenen apparativen Ausrüstungen, zur eingesetzten Computer-, Mess- und Analysetechnik und zu gesetzlichen Rahmenbedingungen),
  • die Durchführung von unternehmensspezifischen Tätigkeiten entsprechend des Profils des Ausbildungsunternehmens und
  • die Mitarbeit an betrieblichen Projekten bzw. Forschungsthemen im Bereich der Life Science Informatik bzw. Bioinformatik.

Aus den betrieblichen Projekten bzw. Forschungsthemen wird pro Praxissemester eine Teilaufgabenstellung abgeleitet, die vom Studierenden als Projektarbeit zu bearbeiten ist. Zur Betreuung im Unternehmen steht ein betrieblicher Betreuer zur Verfügung. 
Die Aufgabenstellung der Projektarbeit und die durchzuführenden Tätigkeiten werden mit der Studienakademie abgestimmt und sind dem Lernfortschritt des Studierenden und den bisher vermittelten Theorieinhalten angepasst. Die Komplexität der Aufgabenstellung und die Selbständigkeit der Bearbeitung nehmen pro Praxissemester zu.
Im 6. Praxissemester erfolgt die Anfertigung der Bachelorarbeit.

Berufschancen

Foto: Stephan Floss

Die Life Science Informatik (Bioinformatik) ist eine interdisziplinäre Wissenschaft an der Nahtstelle zwischen Informatik und den Biowissenschaften.

Die Studierenden werden im Rahmen ihres Studiums in den praktischen Studienabschnitten im Unternehmen des Praxispartners auf ihren zukünftigen beruflichen Einsatz vorbereitet. Bachelor-Absolventinnen und -Absolventen verfügen über wissenschaftliche Kenntnisse und praktische Fertigkeiten, die für eine Berufstätigkeit oder einen weiterführenden Studiengang qualifizieren.

Unsere Absolventen/-innen werden entweder als Mitarbeiter oder leitende Angestellte in Forschungseinrichtungen bzw. Unternehmen tätig (Pharma- und Medizinsektor, Biotechnologieunternehmen, Automatisierungstechnik, Mikroelektronik-Industrie, Luft- und Raumfahrttechnik). Die Einsatzmöglichkeiten sind so vielfältig wie das Studium selbst. An dieser Stelle seien nur einige genannt.

Life Science- und biomedizinische Forschung

Die Life Science- und biomedizinische Forschung umfasst im Prinzip die Forschung auf allen Gebieten der Lebenswissenschaften und im Speziellen in der Biomedizin. Sie beinhaltet viele spannende Themen in den Bereichen Biochemie, Chemie, Pharmazie, Medizin, Umwelttechnik sowie Bio- und Lebensmitteltechnologie. Im Bereich der Biomedizin steht vor allem die weitere Entschlüsselung des menschlichen Genoms (DNA), Transkriptoms (RNA) und Proteoms (Proteine) im Vordergrund, um anhand der gewonnenen Daten die Entwicklung neuartiger Strategien für Diagnose, Therapie und Vorbeugung von Krankheiten voranzutreiben.

Wirkstoffdesign

Bisher wurde unter dem Begriff ,,Medikament" meist eine chemische Substanz verstanden. In Zukunft werden verstärkt Gene oder ihre Produkte (Proteine) biotechnologisch hergestellt, sogenannte Biologicals, und als Medikamente eingesetzt. Im Fokus des Life Science Informatikers stehen im Bereich des Wirkstoffdesigns große Genom- und Proteindatenbanken, in denen es gilt, geeignete Kandidaten für neue Wirkstoffe zu finden sowie die Wirkungsweise neuer Wirkstoffe zu simulieren (z.B. Rezeptor-Ligand; Antikörper-Antigen).

Softwareentwicklung

Geeignete Softwareentwicklungen haben und sind weiterhin dabei große Fortschritte im Bereich der Life Science-Forschung und -entwicklung zu erlangen. Sie sind die Grundlage, die mittels biotechnologischer oder molekularbiologischer Methoden erhoben Daten zu sammeln, zu speichern und in geeigneter Form zu organisieren. Erst so lassen sich wiederum mittels geeigneter Softwareentwicklungen diese Daten analysieren und Rückschlüsse erzielen. Softwareentwicklungen können in die Bereiche Sequenzanalyse (DNA und RNA), Analyse von DNA-, RNA- und Proteinstruktur sowie Ligandenbindung fallen. Aber auch Analyseplattform für klinische Studiendaten, Labor- und Patientenmanagement-Software werden stetig weiterentwickelt.

Data Mining

Im Bereich des Data Mining werden mittels mathematisch-statistischen Methoden und Modellen große Datenmengen automatisch nach Mustern untersucht. Hierzu zählen Klassifikations- und Clustering-Algorithmen (Einordung in Klassen bzw. Ermittlung von natürlichen Gruppen) für Sequenz- sowie Protein- und Mikroarray-Daten, aber auch für biologische Netzwerke.

Erstellen und Pflege von Datenbanken

Eine Hauptaufgabe der Life Science Informatik ist es, Methoden zur Speicherung, Integration und Analyse von biologischen Daten aller Art bereitzustellen. Inzwischen gibt es große im Internet zugängliche Datenbanken für verschiedenste Typen von Genom-, Protein- und Stoffwechselinformationen. Eine entscheidende Komponente ist dabei die Quervernetzung und Annotierung (Kommentierung) der verschiedenen Informationen in den vielen Datenquellen. Außerdem müssen unterschiedlichste Datenarten integriert werden, etwa experimentelle Rohdaten, aufbereitete Experimentdaten und textuelle Kommentare. Zuletzt sind natürlich effektive Suchmethoden erforderlich, um in den vielen Datenquellen die gesuchten Informationen zu finden.

Statistische Modellierung

Mathematisch-statistische Methoden werden angewandt, um anhand von vorhandenen empirischen Daten einen Schätzwert zu erhalten, der sich der Realität annähert. Auf Grundlage dieser Annäherung ist es möglich, Voraussagen zu treffen. Eine Rolle spielen mathematisch-statistische Modellierung, z.B. in der biometrischen Modellierung und Systembiologie.

Bildverarbeitung (Bioimaging)

Der Bereich der digitalen Bildverarbeitung, Bioimaging genannt, befasst sich mit mikroskopischen und biomedizinischen Bilderfassungsmethoden und -anwendungen sowie Methoden und Anwendungen der Bildanalyse. So können biologische Prozesse (zellulären Prozessen, Ionen- oder Metabolitspiegel) nicht invasiv und zum Teil in Echtzeit visualisiert werden. Weiterhin können Aussagen über die 3D-Struktur von Organen, Geweben oder von Biomaterialien getroffen werden. Das Bioimaging umfasst die Beobachtung von Strukturen innerhalb der Zelle sowie ganzer Zellen bis hin zu Geweben, Organen und multizellulären Organismen. Unter anderem werden Licht, Fluoreszenz, Elektronen, Ultraschall, Röntgen, Magnetresonanz und Positronen als Quellen für die Bildgebung verwendet.

Planung, Betreuung und Auswertung klinischer Studien

Eine Grundlage für den Fortschritt in der medizinischen Forschung liegt in der evidenzbasierten Medizin (beweisgestützte Medizin, Behandlung auf Grundlage der besten zur Verfügung stehenden Daten). Voraussetzung hierfür sind klinische Studien, genauer randomisierte kontrollierte klinische Studien (RCT) sowie Metaanalysen mit dem höchsten Evidenzgrad (Beweisgrad). Für den Life Science Informatiker bieten sich speziell im Bereich des Studiendesign, der Erstellung und Verwaltung der Studiendokumente (plattformbasiert) und natürlich in der Studienauswertung Einsatzmöglichkeiten.

Bachelor of Science

als Abschlussbezeichnung

Praxispartner

Die Praxispartner in der Studienrichtung Life Science Informatik (Bioinformatik) decken ein breites Spektrum an Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus der Biotechnologie-, dem Pharma- und Medizinsektor sowie von Dienstleistungsunternehmen für klinische, biometrische und epidemiologische Studien ab. Speziell junge Biotechnologieunternehmen sind auf Mitarbeiter angewiesen, die über spezifische interdisziplinäre Kenntnisse verfügen. Weiterhin kommen Unternehmen in der Automatisierungstechnik, Mikroelektronik-Industrie und Luft- und Raumfahrttechnik infrage.

Bei der Suche nach einem Praxispartner sind wir Ihnen gern behilflich. Die jeweils aktuelle Praxispartnerliste finden Sie auf unserer Homepage. Sollten Sie ein neues Unternehmen vorschlagen wollen, beraten wir Sie gern, ob eine Anerkennung als Praxispartner der Berufsakademie Sachsen möglich ist. Nehmen Sie in diesem Fall bitte rechtzeitig mit uns Kontakt auf.

Akkreditierung

Der Studiengang Labor- und Verfahrenstechnik wurde 2016 durch die ASIIN reakkreditiert. Damit wird den Absolventen des Studienganges der international anerkannte Abschluss Bachelor of Science (B. Sc.) verliehen.

Ansprechpartner

Prof. Dr.-Ing. Lutz Gläser

Studiengangsleiter

Standort Riesa

Telefon +49 3525 707-570
Fax +49 3525 733-613
E-Mail E-Mail schreiben
Raum 1.303

Kristina Simon

Verwaltungsangestellte Lehre

Standort Riesa

Telefon +49 3525 707-571
Fax +49 3525 733-613
E-Mail E-Mail schreiben
Raum 1.302

Prof. Dr. Barbe Rentsch

Dozentin

Standort Riesa

Telefon +49 3525 707-645
Fax +49 3525 733-613
E-Mail E-Mail schreiben
Raum 1.301

Prof. Dr. Frank Thunecke

Dozent

Standort Riesa

Telefon +49 3525 707-640
Fax +49 3525 733-613
E-Mail E-Mail schreiben
Raum 1.304

Dipl.-Ing. (BA) Ines Wehner

Laborleiterin im Studiengang Labor- und Verfahrenstechnik

Standort Riesa

Telefon +49 3525 707-721
Fax +49 3525 733-613
E-Mail E-Mail schreiben
Raum 2.105

B. Sc. Melanie Thielemann

Laboringenieurin

Standort Riesa

Telefon +49 3525 707-722
Fax +49 3525 733-613
E-Mail E-Mail schreiben
Raum 2.006
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